Glycokat

Beim Glycokat handelt es sich um ein System zur Notregeneration von kontinuierlich regenerierenden Partikelfiltern (CRT).

Das Problem bei handelsüblichen CRT-Systemen ist, dass die durchschnittliche Abgastemperatur oberhalb von 230°C liegen muss, damit das System zuverlässig funktioniert. Die reibungslose Funktion hängt aber zudem vom NOx/Russ-Verhältnis des Motors sowie dem Einsatzbereich bzw. Streckenprofil des Fahrzeuges ab. Sind die Abgastemperaturen über einen längeren Zeitraum zu tief, wird am Oxidationskatalysator nur wenig NO2 gebildet. Zudem ist die Russabbrandgeschwindigkeit bei tiefen Temperaturen klein. Dies führt dazu, dass sich der Partikelfilter mit Russ zusetzt. Falls dies eintritt, muss der Filter ausgebaut werden und der Russ z.B. im Ofen abgebrannt werden.

In der Praxis gibt es zahlreiche Fahrzeuge, bei denen immer wieder Probleme mit verstopften Partikelfiltern auftreten. Für diese Fälle wurde der Glycokat entwickelt. Das System basiert auf der Einspritzung eines Brennstoffs in den Abgasstrom. Als Brennstoff kommt Glykol und nicht wie üblich Diesel zum Einsatz. Glykol hat den Vorteil, dass er sich bereits bei Temperaturen von 150°C auf dem Oxidationskatalysator des CRT rückstandlos verbrennen lässt. Im Gegensatz zu Diesel ist eine sehr feine Vernebelung der Flüssigkeit mittels Zweistoffdüse oder Vorverdampfer nicht erforderlich.

Da die Regeneration unter "normalen" Betriebsbedingungen durch das CRT-System durchgeführt wird, reicht bei Nutzfahrzeugen ein Glykoltank von wenigen Litern aus, um eine "Notfallregeneration" bei ungewöhnlichen Betriebsbedingungen zu gewährleisten.

 

Partikelfilter mit Glycokat auf Versuchsfahrzeug

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